Der Priora Kombi von Lada
Es gab einmal Zeiten, da war der Lada ein Auto, was ganz gut lief. Vor allem im Osten rannten sich die Menschen fast kaputt, um eines der begehrten Modelle zu bekommen. Und im Osten blieb es dann auch – und driftete noch weit mehr als nur in Deutschland ‘gen Osten ab und blieb mit seinem Image in Russland stecken.
Und so wundert es kaum, dass Lada bisher in Deutschland, Stand August 2011, nur 1400 Neuzulassungen hatte. Ein Auto, das eigentlich Kassenschlager werden sollte – der Priora – tauchte da nicht unbedingt oft auf. Niva hieß eben der damalige Kassenschlager. Und auch dessen Neuauflage hatte die meisten Anteile am Lada-Markt. Alle anderen Autos schweben zwischen Bedeutungslosigkeit und Irrelevanz. So auch der Priora. Seitdem Dacia an der Spitze der Billigautos steht, hat Lada nicht mehr sehr viel zu sagen.
Obwohl sich der Priora Kombi als Kombi-Limousine eigentlicheine gute Figur macht. Denn er ist 4,34 Meter lang, 1,68 Meter breit und kostet nur 9990 Euro. Innen locken ausreichend Platz zum Kauf. Und auch elektronisch erinnert der neue Lada Priora nicht unbedingt an alte Sowjet-Autos, wenn man die denn überhaupt Autos nennen darf. Denn auch Lada geht mit und so lässt sich die Heckklappe per Knopfdruck im Cockpit öffnen, auch eine Zentralverriegelung hat der Lada nun.
Dass es Lada mit dem Design nicht unbedingt hat, lässt schon der Preis vermuten und so finden sich im Innenraum billiges Plaste-Interieur und auch elektronische Fensterheber sucht man vergebens. Schrauben – sie könnten ja schön wirken – ragen ebenfalls aus der Verkleidung. 98 PS hat der Kombi, und da der Priora nur 1178 Kilo leer wiegt, macht der Motor und das Aufheizen ab und an schon einmal Spaß. Klagen, dass der Priora nicht ordentlich zieht, kann man also nicht. Denn er kommt schnell von der Stelle und erfüllt im Übrigen auch die Euro 5-Norm. Alles in allem ist der Priora eben für solche Leute geeignet, die gerne Gesellschaftskritik üben und sagen: „Ich hasse Euren Reichtum.“ Denn man muss zwar auf einiges verzichten, aber dennoch nicht auf alles, wenn man sich den Preis des Priora anschaut.